Alte Obstbäume – wertvolle Lebensräume für viele Arten

Eine Bachelorarbeit von Linus Czibeck an der Hochschule Zittau/Görlitz zeigt, wie wichtig alte Obstbäume für die Artenvielfalt sind. In Streuobstwiesen der Östlichen Oberlausitz wurden über 700 Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Pflaumenbäume untersucht. Dabei ging es um sogenannte Baummikrohabitate – kleine Lebensräume wie Höhlen, Rindentaschen oder Totholz, in denen viele Insekten, Vögel und Fledermäuse leben.

Das Ergebnis: Je älter ein Baum, desto mehr solcher Mikrohabitate bietet er – und desto größer ist sein ökologischer Wert. Die Unterschiede zwischen den Obstbaumarten waren insgesamt gering, aber jede Art hat ihre Besonderheiten: Apfelbäume bilden viele Höhlen, Birnbäume zeigen oft besonders intensive Insektenaktivität, Kirschbäume wachsen besonders stark und Pflaumenbäume haben viele Pilze und Totholz.

Aufschlussreich ist auch der Vergleich mit dem Wald: Streuobstbäume beherbergen zwei- bis dreimal so viele Mikrohabitate wie gleich alte Forstbäume. Schon nach 20 Jahren erreichen Streuobstwiesen die ökologische Qualität eines 50 Jahre alten Buchenwaldes!

Die Empfehlung der Studie: Alte Bäume so lange wie möglich erhalten, regelmäßig nachpflanzen und auch seltenere Arten stärker berücksichtigen – für artenreiche und lebendige Streuobstwiesen.

Die vollständige Bachelorarbeit steht HIER als PDF zum Download bereit.